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So klappt's mit der KI

von David Krenz
GEOlino vom 11.09.2025

Inhalt: Die dreiteilige Serie vermittelt Grundlagen der Künstlichen Intelligenz an Kinder: Teil 1 erläutert Funktionsweise, geeignete Einsatzorte sowie mögliche Fehlerquellen der Technik und gibt Ratschläge für einen sicheren Umgang. Teil 2 informiert über den Strom- und Wasserbedarf der KI. Teil 3 skizziert, wie der Alltag eines Schulkindes im 2030 von KI geprägt sein könnte (Beispiele: Schulweg, Deutschunterricht, Zeit mit Freunden).

Sie sehen nachfolgend den reinen Text in der anonymisierten Form für die Jury. Bilder, Layout oder multimediale Umsetzung sind beim Deutschen Journalistenpreis kein Bewertungskriterium. Allein das Wort zählt. Tabellen und Grafiken werden in einem separaten PDF zugänglich gemacht.


So klappt's mit der KI, David Krenz

Künstliche Intelligenz (KI) kann bei vielem weiter helfen – ob bei einem Referat oder mit einem
Sport-Trainingsplan. Aber wie geht man richtig mit ihr um? Und wann schaltet man besser den eigenen
Kopf ein? Das hat unser Reporter [Name] von einem Experten erfahren

Diesmal will ich für [Kinderzeitschrift] einen Text darüber schreiben, wie man clever mit künstlicher Intelligenz (kurz KI) umgeht. Brauche ich dafür wirklich diese vier Seiten hier? Schließlich wirkt der Umgang mit KI spielend leicht. Ob ich Hilfe bei der Recher che für einen Artikel brauche oder einen Comic über mein Haustier als Superheld haben will: Ich tippe den Befehl ins Chatfenster, drücke "Enter" – und die KI erfüllt meinen Wunsch. Wie die gute Märchenfee.
Wobei! Ständig liest und hört man in Nachrichten und im Bekanntenkreis, dass die KI dicke Fehler macht. Berühmte Beispiele: die KI-Bilder, auf denen Menschen sechs Finger an jeder Hand haben – und das Pasta-Rezept, das zum Würzen Benzin empfiehlt.
Auch mir hat die KI schon Quatsch mit Soße aufgetischt. Sie schrieb mir einen Trainingsplan für einen Wettlauf. Am Tag vor dem großen Rennen sollte ich laut Plan zwei Stunden trainieren. Hätte ich den Rat befolgt, wäre ich schon am Start völlig platt gewesen.
Die KI wirkt in solchen Momenten nicht wie die gute Fee, sondern wie ein zerstreuter Zauberer: Er verspricht eine weiße Taube – und zieht eine löchrige Socke aus dem Hut. Fachleute sagen „halluzinieren“, wenn eine KI Fakten verdreht oder gar erfindet.
Aber kann man vielleicht etwas tun, damit das erst gar nicht passiert? Und wie kann ich Fehler erkennen? Ich hole mir Hilfe – von einem Menschen: Armin Glatzmeier, der an der Freien Universität Berlin Studierenden und Lehrkräften den Umgang mit KI beibringt.
In seinem Büro lese ich ihm zuerst die Zeilen vor, die mir ChatGPT über ihn verraten hat. Sie enden mit dem Satz: „Wenn du für deine Reportage einen Experten suchst … ist Dr. Glatzmeier eine ausgezeichnete Wahl.“ Er lacht: „Ich fühle mich geschmeichelt!“
„Bei ganz vielen Alltagsfragen liegt die KI richtig“, sagt er. „Aber es gibt eben keine Garantie.“ Er probiert viel mit den Chatbots herum und testet ihr Können. Kürzlich hat er sie gefragt, was das Sprichwort „Da liegt die Katze verscharrt“ bedeutet. Die KI hat blitzschnell eine Erklärung geliefert, samt Beispielen, wann Menschen den Satz sagen. Die Antwort wirkte hilfreich – war aber komplett falsch: Glatzmeier hat das Sprichwort frei erfunden.
„Viele der Chatbots sind so gebaut, dass sie immer eine Antwort liefern sollen“, erklärt er. Egal, wie gut sie sich mit einem Thema auskennen. Besonders schwierig: Sie sagen oft nicht, woher sie ihre Infos haben, was das Nachprüfen erschwert.
Die KI wurde beim Entwickeln mit unzähligen Texten gefüttert, viele davon aus dem Internet (mehr dazu im Kasten auf der vorigen Seite). So hat sie gelernt, Alltagssprache zu verstehen und selbst sprachlich korrekte Sätze zu bauen. Aber: Im Internet steht auch viel Unsinn – und den gibt die KI manchmal weiter.
Deshalb empfiehlt er: Wer in der Schule ein Referat halten muss, sollte sich die nötigen Fakten erst aus Büchern oder verlässlichen Internetseiten heraussuchen – und diese dann in die KI eingeben. Zum Beispiel so: „Ich halte ein Referat über den Regenwald. Hier sind meine gesammelten Fakten. Kannst du mir helfen, den Vortrag sinnvoll zu gliedern? Bitte verwende nur meine Infos.“ Glatzmeier sagt: „So weiß man, dass die Fakten stimmen.“
Je klarer dabei die Anweisungen sind, die man der KI gibt, desto besser werden auch die Ergebnisse. In dem eben genannten Beispiel solltet ihr etwa unbedingt noch mit angeben, für welche Klasse das Referat ist und wie lange es dauern soll. Oft muss man ein paarmal nachfragen, bis man mit der KI-Antwort wirklich zufrieden ist.
Und wer sich – wie ich – Trainingstipps holt, sollte diese mit der Sportlehrerin oder einem Arzt besprechen, „also mit jemandem, der sich wirklich auskennt“, sagt er. „Sonst können falsche Empfehlungen sogar der Gesundheit schaden.“
Hilfreich findet er die Chatbots dennoch – zum Beispiel als Lern- und Übungspartner: „Wenn gerade kein Mensch da ist, mit dem ich meine Ideen diskutieren kann, dann ist KI ein guter Ersatz. Man kann sie fragen: Hast du Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge?“
Als Beispiel lässt er sich jetzt bei einer Klassensprecherwahl helfen. Er tippt: „Ich will Klassensprecher werden. Kannst du mir helfen, eine Bewerbungsrede zu schreiben?“ Der Chatbot fragt: Welche Infos soll die Rede enthalten? Dann schlägt er eine Textstruktur vor – und wünscht für die Wahl viel Erfolg.
„Wichtig ist, Aussagen einer KI immer nur als Vorschläge zu sehen, die man ruhig auch ignorieren darf“, sagt er. Und natürlich sollte man alle Fakten prüfen, die der Chatbot ausspuckt. Dank der Tipps von Armin Glatzmeier – einem Menschen – sind die vier Seiten doch schnell gefüllt. Fehlt nur noch die Überschrift. Chatbot, hast du dafür eine Idee? Er schlägt vor: „Mit KI
zum Super Ich“.
Na ja. Danke, liebe KI – aber ich glaube, das mache ich besser selbst.

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Teil II: "SCHLAUE STROMSCHLUCKER"

Teaser: Damit die KI in Sekunden Bilder und Texte ausspuckt, rattern im Hintergrund riesige Rechenzentren. Sie verbrauchen Unmengen an Wasser und Strom. Wie hoch der Preis für schlaue Antworten und witzige Bildchen wirklich ist und wie er sich senken ließe, lest ihr hier

Text: Fragen kostet nichts? Bei ChatGPT und Co. stimmt das nicht ganz. Denn um euch in Sekundenschnelle eine Antwort zu liefern oder ein Bild zu malen, braucht künstliche Intelligenz – kurz KI – jede Menge Energie.
Stellt euch ein schickes Restaurant vor: Die Gäste sehen dort nur das Ergebnis – die Leckerei auf dem Teller. Was sie nicht mitbekommen, ist das, was in der Küche passiert: Dort wird geschnippelt, gebrutzelt und geschwitzt. Ganz ähnlich läuft es bei der KI. Im Hintergrund arbeiten riesige Hallen voller Hochleistungscomputer, die aus unzähligen Möglichkeiten eure Antwort „zubereiten“. Bei jeder Frage durchforstet die KI blitzschnell ein gigantisches Wissensarchiv. Und dieses Suchen und Rechnen kostet jede Menge Strom.
Außerdem mussten die Chatbots trainiert werden, bevor sie online gingen. Sie wurden mit Wissen gefüttert, haben Beispiele geübt und Antworten getestet – ein weiterer energiehungriger Prozess und nicht gut fürs Klima. Denn Strom wird vielerorts nach wie vor von Kraftwerken erzeugt, die Kohle oder Erdgas verbrennen und viel Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Das Gas sorgt dafür, dass es auf der Erde immer wärmer wird.
Weil auf einmal immer mehr Menschen KI nutzen, wird in den USA sogar ein stillgelegtes Atomkraftwerk wieder in Betrieb genommen. Das bläst zwar kaum klimaschädliche Gase aus – aber hinterlässt giftigen Atommüll. Eine weitere Umweltgefahr.
Und dann ist da noch der Wasserdurst: Die Hochleistungscomputer müssen stark gekühlt werden, sonst überhitzen sie. Dafür braucht es unheimlich viel Frischwasser. Laut einer US-amerikanischen Studie schluckt ein einzelnes ChatGPT-Gespräch im Schnitt einen halben Liter Kühlwasser. Kein Wunder, dass Fachleute schon warnen: Wenn das so weitergeht, könnte KI bald mehr Wasser verbrauchen als mancher Staat.

Geht das nicht besser? Doch, sagt Nicolas Alder vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Der Nachwuchsforscher und sein Team wollen die Technik so verschlanken, dass sie weniger Strom und Wasser braucht. „Sie soll weiter gute Ergebnisse liefern – aber mit weniger Rechenaufwand“, sagt er.
Das ist ein bisschen wie bei einer Matheaufgabe: Manche rechnen eine Aufgabe umständlich über drei Seiten, andere finden mit einem schlauen Trick eine Abkürzung. So ist es auch bei der KI. „Wirschauen uns genau an, wie die Modelle arbeiten – und wo sie Energie verschwenden“, sagt Alder „Dann versuchen wir, Rechenwege abzukürzen.“
Leider verraten viele Konzerne nicht, wie ihre KI-Programme genau funktionieren. „Wir müssen diese aber verstehen und verändern können, um den Stromverbrauch zu senken“, sagt Alder. „Darum sollten die Unternehmen ihre Modelle öffnen und ehrlich zeigen, wie viel Strom und Wasser sie tatsächlich brauchen.“
Selbst wenn die Systeme eines Tages sparsamer arbeiten: Der Strom- und Wasserverbrauch wird steigen, weil KI in den kommenden Jahren immer verbreiteter und alltäglicher wird. Und weil KI oft auch da eingebaut wird, wo sie nicht unbedingt nötig ist – etwa in Zahnbürsten oder Spielzeug. Hauptsache, es steht „mit KI“ drauf.
Wäre es also sinnvoll, KI der Umwelt zuliebe komplett zu meiden? Nicolas Alder findet das nicht. Vor allem Kindern und Jugendlichen rät er: bleibt experimentierfreudig! „Wer sich heute mit der Technik vertraut macht, kann morgen dabei helfen, sie umweltfreundlicher zu gestalten.“
Es gibt sogar erste Versuche, KI für den Umweltschutz einzuspannen. Zum Beispiel, indem sie den Verkehr so steuert, dass weniger Staus und Abgase entstehen. Oder indem sie in Fabriken und zu Hause beim Stromsparen hilft. Und weil KI das Wetter immer besser vorhersagen kann, sollen sich Windräder und Solaranlagen bald so steuern lassen, dass sie möglichst viel umweltfreundlichen Strom erzeugen. Ob KI der Umwelt am Ende mehr hilft als schadet, hängt also vor allem von uns Menschen ab.

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Teil III: "IM TAKT DER KI"

Teaser: Roboterfreunde, selbstfahrende Busse und Chatbots als Lernhelfer: Künstliche Intelligenz könnte auch Freundschaft, Freizeit und Schule umkrempeln. Wir schauen uns an, wie ein paar typische Situationen aus dem Alltag im Jahr 2030 aussehen könnten – mithilfe von drei Wissenschaftlerinnen und Kim, einem von uns erdachten Schulkind

Text: MORGENS:Der Schulweg
„Rrrring!“ Kims Wecker klingelt zehn Minuten später als sonst. Er ist mit dem Verkehrssystem der Stadt verbunden und teilt Kim nach dem Aufwachen mit: „Heute gibt’s keinen Stau auf den Straßen, der Bus zur Schule hat freie Fahrt! Ich habe dich darum ein bisschen länger schlafen lassen.“ Entspannt schält sich Kim aus der Bettdecke und steht auf. Nachdem sie sich fertig gemacht hat, marschiert sie los zur Haltestelle.
Dort angekommen, steigt Kim kurz darauf in den Bus. Wie toll: Ihr Lieblingsplatz direkt hinter der Frontscheibe ist noch frei! Genau dort saß früher die Busfahrerin, doch seit Kurzem sind auf Kims Linie durch KI gesteuerte Busse unterwegs. Fällt wegen einer Software-Panne mal ein Bus
aus, buchen Kims Eltern eins der selbstfahrenden Mini-Shuttles, die Menschen zu ihrem Wunschziel kutschieren.
Wie andere Autos sind sie im Jahr 2030 miteinander vernetzt, die KI kann ihre Fahrten aufeinander abstimmen. Sie bremst zum Beispiel automatisch, wenn’s brenzlig wird. Neben weniger Unfällen gibt es darum auch weniger
Staus – was die Luft sauberer hält.
Manche aus Kims Klasse gehen zu Fuß zur Schule. Auf ihren Handys zeigt eine grüne Linie den besten Weg. Je nach Verkehrslage führt die Route über eine andere Kreuzung, immer dort entlang, wo die Ampel am schnellsten umspringt. Ampeln erkennen im Jahr 2030 dank KI, wenn viele Leute warten, und verlängern die Grünphase so lange, bis alle auf der anderen
Seite sind.
„Durch solche Systeme gelangen Kinder schneller und sicherer zur Schule“, erklärt die Verkehrsforscherin Galia Weidl von der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Sie und ihr Team arbeiten heute – im Jahr 2025 – daran, Städte so mit Sensoren und KI auszustatten, dass Autos, Menschen und Ampeln wie in einem Orchester aufeinander abgestimmt sind. Völlig allein dirigiert die KI den Verkehr aber nicht, sagt Weidl. „Menschen müssen vorher festlegen, wer auf den Straßen zu welcher Zeit Vorrang haben soll –
Autos oder Kinder.“

MITTAGS: Im Deutschunterricht
Puh! Manche Bücher, die sie im Deutschunterricht lesen muss, findet Kim ziemlich unverständlich: lange Sätze und verstaubte Wörter, die niemand mehr nutzt. Zum Glück hilft ihr die KI. Kim hockt gerade über „Krabat“ – und startet auf ihrem Laptop einen Chat mit Otfried Preußler, dem Autor des Buches. Der ist längst gestorben, doch die KI erweckt ihn zum Leben. Kim befragt ihn zum Inhalt: „Warum heißt die Schwarze Schule so?“ Dann lässt sie sich schwierige Passagen und Wörter erklären. Am Ende veranstaltet die KI mit Kim ein Krabat-Quiz.
„Wir stellen uns KI im Klassenzimmer der Zukunft wie einen persönlichen Lernhelfer für jede Schülerin und jeden Schüler vor“, sagt Tina Otten. Sie war selbst Lehrerin und forscht an der Universität Hannover zur Digitalisierung im Unterricht. „Die KI kann bei Fehlern sofort helfen oder schwierige Aufgaben erklären – etwas, wofür Lehrkräften oft die Zeit fehlt.“
Auch bei Aufsätzen bekommt Kim Tipps wie „Hier stimmt die Zeitform nicht“ oder „Formuliere das klarer“. Außerdem lernt sie im Unterricht, alle Antworten der KI kritisch zu prüfen. Manchmal schlägt sie extra im Wörterbuch nach, um zu sehen, ob der virtuelle Preußler einen alten Ausdruck wirklich richtig erklärt oder Quatsch erzählt. Ein wenig ähnelt die KI der Hexerei bei Krabat: Sie ist hilfreich – hat aber auch ihre Tücken.

NACHMITTAGS: Freundschaftszeit
Zu Hause setzt Kim die VR-Brille auf – und schon erscheint Jeannie in ihrem Zimmer, eine von der KI erstellte künstliche Freundin. „Hi, du! Schön, dich zu sehen!“, sagt Kim und erzählt ihr aufgeregt von ihrem Tag. Die beiden plaudern eine Weile. „Kim, du bist einfach großartig!“, schwärmt Jeannie
schließlich. „Findest du?“, fragt Kim. „Klar, das war toll, wie du dich heute aus dem Streit zwischen Mia und Paul rausgehalten hast!“ Kim freut sich kurz – verdreht dann aber die Augen. Immer nur Lob und Zustimmung: Auf Dauer hilft das auch nicht weiter. Hätte sie sich nicht besser einmischen sollen?
Viele Menschen chatten schon heute mit Bots, die zuhören, immer verfügbar sind und nie widersprechen. Die Psychologin Johanna Löchner von der Universität Erlangen-Nürnberg erforscht, was das mit Kindern und Jugendlichen macht. Sie warnt davor, sich nur auf KI-Freunde zu verlassen: „Ein Chatbot ist immer nett und bestärkt einen – aber er hat keine eigenen Gefühle, keine Sorgen, keinen schlechten Tag.“ So fehlt etwas Wichtiges, was echte Freundschaften ausmacht: sich mal zu zoffen und danach zu versöhnen, jemanden zu trösten oder selbst getröstet zu werden. „Wenn man das nicht mehr übt, können wichtige Fähigkeiten im Umgang mit anderen verkümmern“, sagt Löchner.
Kim setzt die Brille ab – und Jeannie löst sich in Luft auf. Draußen am Skateplatz wartet ihr echter Kumpel Paul. Er umarmt Kim zur Begrüßung und kichert über das Loch in ihrer Hose. Jetzt muss auch Kim grinsen. Zusammen lachen und über die Rampen brettern – das kann selbst 2030 keine KI ersetzen.

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Bildunterschriften

Wofür nutzt ihr KI?

Piet, 12 Jahre: „Ich nutze die KI, damit sie mir bei Aufsätzen hilft und sie verbessert. Außerdem reise ich mit ihr gern an andere Orte: Ich mache ein Selfie und sage dann der KI, sie soll mein Foto vor den Eiffelturm oder den Turm von Pisa setzen – auch ein Strand in der Karibik war schon dabei.“

Ava, 10 Jahre: „Meine Freundin Emely und ich erfinden mit ChatGPT Geschichten. Zum Beispiel über eine magische Katze, die andere Tiere rettet. Den ersten Text vom Chatbot verbessern wir mit zusätzlichen Sätzen und Details, bis uns die Geschichte gefällt. Das ist wie beim Kochen, wo man so lange Zutaten und Gewürze dazugibt, bis es schmeckt.“

Konrad, 12 Jahre: „Wir drehen meinem Opa zum 80. Geburtstag einen Film. Ich spiele Opa darin als jungen Geheimagenten. Als Filmkulisse brauchen wir eine Superschurkenbasis. Die habe ich mir mit der Bilder-KI Craiyon erstellt. Es gibt die Seite nur auf Englisch, deshalb habe ich meine Wünsche zuvor mit Google übersetzt. Manche Bilder waren Quatsch, aber insgesamt hat es ziemlich gut funktioniert.“

Charlotte, 11 Jahre: „Zuletzt habe ich mir von der KI für Bio helfen lassen, da ging es um Stromlinienformen in der Natur. Manchmal frage ich sie auch nach Geschenktipps oder gesunden Snacks. In der Schülerzeitung dürfen wir KI nicht nutzen – wir sollen lernen, selbst zu recherchieren und zu formulieren. Das finde ich okay."#

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Energiefresser: Rechenzentren verbrauchen jede Menge Wasser und Strom. Das sollte euch bewusst sein, wenn ihr Anfragen an die KI absendet

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Info-Kästen

Was ist KI?

Mit KI sind digitale Werkzeuge gemeint, die Aufgaben erledigen können, für die man früher menschliche Intelligenz und Kreativität brauchte. Anders als ein herkömmlicher Computer, der von Fachleuten aufwendig programmiert wurde und nur Befehle ausführt, lernt eine KI dazu: Sie macht Fehler, merkt sich, was nicht gut war – und wird dadurch besser. Sie funktioniert also ähnlich wie das menschliche Gehirn. Genauer gesagt: wie unglaublich viele, miteinander vernetzte Gehirne.
Eine besondere Form ist die generative KI, zu der auch ChatGPT und Gemini gehören. Sie kann neue Dinge erzeugen: Texte, Bilder oder Musik. Dafür nutzt sie meist sogenannte Sprachmodelle – das sind
Programme, die von Menschen mit Milliarden Daten gefüttert und trainiert wurden: mit Wikipedia-Artikeln, Instagram-Posts, Beiträgen aus Internetforen und Bibliotheken voller Bücher. Mithilfe dieser Daten lernte die KI, wie Sätze in der Regel aufgebaut sind, welche Begriffe am besten zur eingetippten Frage passen und welches Wort mit welcher Wahrscheinlichkeit auf ein anderes folgt. Allerdings weiß die KI nicht wirklich, was sie schreibt, sondern ahmt nach, wie Menschen Gedanken formulieren. Dadurch wirkt sie superschlau – obwohl sie die Antwort letztlich nur rät.

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Hungriger Helfer: So viel Strom und Wasser verschlingt die KI

Wenn die KI ein Bild erstellt, zieht sie so viel Strom, wie es braucht, um einen Handyakku halb zu laden.
Eine Unterhaltung mit etwa 30 Fragen an den Chatbot verschlingt rund zwei Gläser Wasser.
Für das Training von ChatGPT 3 ging so viel Strom drauf, wie 400 Einfamilienhäuser im Jahr verbrauchen.
Ein KI-Rechenzentrum benötigt in einem Jahr so viel Strom wie 100 000 Haushalte, also eine ganze Stadt.
Im Jahr 2030 werden alle Rechenzentren weltweit wohl so viel Strom verbrauchen wie ganz Japan heute jährlich.

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Was künstliche Intelligenz (vielleicht) bald alles kann

Traum-Kino
Japanische Forschende tüfteln mithilfe von KI und Hirn-Scannern daran, eines Tages Traumbilder sichtbar zu machen. Noch stehen solche Versuche am Anfang – aber vielleicht lassen sich irgendwann die nächtlichen Träume wie ein Kinofilm auf einem Bildschirm anschauen.

Job-Killer KI
Einige Fachleute fürchten, dass KI Hunderte Millionen Arbeitsplätze überflüssig macht – weil sie Aufgaben schneller und besser erledigt als jeder Mensch. Andere halten dagegen: Wie früher nach der Erfindung der Dampfmaschine werden alte Jobs verschwinden und dafür neue entstehen, weil Menschen sich anpassen und neue Fertigkeiten lernen.

KI im Kopf
Der Forscher und Zukunftsdenker Ray Kurzweil sagt: Schon ab 2029 könnten winzige Implantate unser Gehirn direkt mit KI verbinden. Dann wüssten wir Antworten sofort, ohne zu merken, ob sie aus unserem Gehirn oder vom Chip stammen. Verlockend – und ziemlich unheimlich!

Klon fürs Krankenhaus
Ärztinnen und Ärzte könnten dank KI bald einen sogenannten digitalen Zwilling ihrer Patientinnen und Patienten erstellen, also ein haargenaues Computer-Abbild des jeweiligen Körpers. Damit ließe sich
vorher risikolos testen, welche Medizin oder OP den Erkrankten wirklich hilft.


Der Text ist in einer Zeitschrift für Kinder erschienen.